Unternehmensmitteilungen
Radio Bremen Krimipreis 2010
In diesem Jahr verleiht Radio Bremen seinen Krimipreis an den schwedischen Kriminalschriftsteller Arne Dahl. Die Jury zeichnet Dahl für seine Gabe aus, ausgetretenen Krimiwegen völlig neue Perspektiven abzugewinnen. Mit seinem international vernetzten A-Team macht er eine Gruppe interessanter Persönlichkeiten zum ebenso widersprüchlichen wie genialen Gesamtermittler, literarisch anspruchsvoll, nachdenklich und mit feinem Humor. In all seinem Romanen spart er die Folgen von Gewalt und Verrat, von politischen Entscheidungen für die Einzelnen nicht aus, so dass am Ende jede glatte oder vorhersehbare Lösung verweigert wird – zu Recht und mit Gewinn für die Leser.
Am Mittwoch, 15. September, wird der Preis im Rahmen des 13. Bremer Krimifestivals "PrimeTimeCrimeTime" bei Radio Bremen im Café Restaurant Weserhaus verliehen. Mit dabei sind im Rahmen der Großen Radio Bremen Krimi-Nacht die Autorinnen und Autoren Petra Hammesfahr, Angela Esser und Andreas Izquierdo.
Musik Andreas Einhorn, Moderation: Hilke Theessen.
Der Preis wird im Wechsel deutschsprachigen und ausländischen Autoren verliehen und ist mit 2.500 € dotiert. Der Jury gehören Dr. Lore Kleinert, Leiterin der Kulturabteilung bei Radio Bremen, Jörg-Dieter Kogel, Programmleiter Nordwestradio, Dr. Jürgen Alberts, Prime Time Crime Time, und Thomas Böhm, Leiter des Literaturhauses Köln, an.
Bisherige Preisträger waren:
2001 Friedrich Ani
2002 Frances Fyfield
2003 Anne Chaplet
2004 Ake Edwardson
2005 Veit Heinichen
2006 Polina Daschkowa
2007 Oliver Bottini
2008 Gianrico Carofiglio
2009 Stefan Slupetzky
Wenn Arne Dahl Gewalt beschreibt, ist sein Ziel, die Leser diese Gewalt selbst spüren und die Schmerzen nachempfinden zu lassen. Er braucht diese tragischen, enormen Gefühle in seinen Büchern, damit man sie nicht nur als leichte Unterhaltung konsumiert, damit sie tiefer unter die Haut gehen. Arne Dahls hochkomplexe und spannende Krimis führen zum Frauenhandel in der Ukraine, nach Deutschland zu NS-Forschern und -verbrechern, nach Italien in die Niederungen organisierter Kriminalität, in die Untiefen der internationalen Internet-Kriminalität.
Einige der Antworten auf die Fragen, die seine Bücher aufwerfen, lassen sich nur durch das Eintauchen in die schwedische Geschichte selbst finden. Die Grenzen zwischen dem gesetzlich erlaubten und dem moralisch Gebotenen werden als durchlässig kenntlich, zumal Arne Dahl den Zusammenhang zwischen dem blutigen Kampf um fossile Brennstoffe und den Dinosauriern des Kalten Krieges, den historisch überholten politischen Superstrukturen wie CIA oder Staatssicherheit intelligent mit seinen Krimihandlungen verwebt. Doch wodurch diese Geschichten zwischen Stockholm, Stalingrad und Venedig miteinander verbunden sind, bleibt für die beteiligten Mitglieder der A-Gruppe ebenso wie für die Leser lange ein Rätsel – wunderbar aufgebaut und vom Autor Arne Dahl durch die unterschiedlichen Blickwinkel seines Ermittlerteams wie in einem Kaleidoskop immer wieder geschickt zu wechselnden Bildausschnitten zusammengefügt, die erst ganz am Ende ein Ganzes ergeben.
Nachdem sein erster Kriminalroman unter dem Titel "Misterioso" sehr erfolgreich in Schweden und auch in Deutschland war, wollte natürlich jeder wissen, wer hinter dem Pseudonym steckt, aber der Krimiautor Arne Dahl blieb noch fünf weitere Bücher lang ein sehr erfolgreiches Phantom.
"Schön, dass ich endlich nicht mehr lügen muss", sagt Jan Arnald heute. Der Doktor der Literaturwissenschaft hat unter dem Pseudonym Arne Dahl inzwischen elf aufsehenerregende Krimis geschrieben, von denen bisher acht ins Deutsche übersetzt wurden. Der 1963 geborene Autor ist Redakteur zweier Literaturzeitschriften, Kritiker und schreibt auch Romane. Der Familienvater (zwei Töchter), der ein Jahr lang in Berlin gelebt hat, wohnt in Stockholm. Hier entstehen seine Bücher in einer kleinen Schreibwerkstatt in seinem Elternhaus auf einer Schäreninsel.
Bisherige Romane Arne Dahls im Piper Verlag:
Misterioso 2003
Böses Blut 2004
Falsche Opfer 2005
Tiefer Schmerz 2006
Rosenrot 2006
Ungeschoren 2007
Totenmesse 2009
Dunkelziffer 2010
Ein Foto ist beigefügt bzw. kann unter o.g. Adresse abgerufen werden.
Foto: Jan Arnald alias Arne Dahl [JPG, 1.395 Kb]
Foto: Jan Arnald alias Arne Dahl [JPG, 755 Kb]
Info: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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