Was unsere angehenden Redakteure erleben
Das Volo-Blog
Die Neuen sind da!
Noch wissen die neuen Volos nicht genau, wo es lang geht.
Kan Nozawa
am 2. April 2012, 20:38 Uhr:
Zwölf junge Journalisten sind heute ganz aufgeregt gewesen. Sechs von ihnen waren die neuen Volontäre. Und die anderen sechs wir Ehemaligen, die gespannt waren auf unsere Nachfolger. Sie wurden von uns als erstes begrüßt. Ehrensache.
Drei Jungs, drei Mädels mit ganz speziellen Lebensläufen. Gecastet nach Wissen, Leistung und Kreativität. Übrig geblieben aus 130 Bewerbungen.
Sie wussten beim Wissenstest, welche Ereignisse in Deutschland auf den 9. November fallen. Oder den Namen der Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts.
Sie waren schlagfertig vor der Auswahlkommission, wenn sie gefragt wurden, wer idealer Moderator für "Wetten, dass ...?" ist. Oder wie man am besten ein Interview mit dem Papst absagt.
Justus Wilhelm, Marcel Heberlein und Dino Bernabeo - die Jungs kennen Radio Bremen schon durch Praktikum oder freie Mitarbeit. Lina Kokaly hat die Jury mit ihrem Wissen über den Islam überzeugt. Christina Fee Moebus kommt aus Bayern und hat einen Beitrag über Frauen bei der Bundeswehr gemacht. Und Christina Schwering war früher Polizistin.
Sie werden von ihnen hören.
... ach ja, uns "Ex-Volos" werden Sie auch weiter hören und sehen. Wenn Sie schön die erfolgreichsten Sender im Land Bremen einschalten oder die ARD-Programme. Auf Wiederhören-sehen!
Last but not least: Sachsen-Anhalt Heute
SAH ist das buten un binnen in Sachsen-Anhalt
Christian Kurz
am 13. März 2012, 15:05 Uhr:
Oha! Wie konnte das passieren? Da schaut man einen Moment nicht hin und -schwups- ist das Volo schon wieder vorbei.
Die vorvorletzte Woche ist angebrochen und so langsam mischt sich doch ein bisserl Wehmut ins Tagesgeschäft. Wer kommt denn nun mit zum monatlichen Gruppenfrühstück? Wer fährt mit uns nach Zislow? Und wer ist denn jetzt für die Dienstreiseanträge zuständig?
Doch bevor so richtig Schluss ist hab ich mir noch ein kleines Schmankerl bis zum Schluss aufgehoben. In diesen Tage arbeite ich beim MDR für das Regionalmagazin Sachsen-Anhalt Heute, quasi das buten un binnen für Sachsen-Anahlt. Es ist meine zweite externe Station und auch meine letzte. Auch hier in Magdeburg sind VJs sehr gern gesehen. Und weil das so ist, mach ich jetzt mal eben Schluss.
Schüssi
p.s. Das war mein letzter Eintrag. Hiermit übergebe ich an die nächste Vologeneration.
****Eilmeldung*****
Tinia Würfel am 6. März 2012, 13:55 Uhr:
Hier eine wichtige Eilmeldung: Die sechs Radio-Bremen-Volontäre befinden sich in ihren letzten Volo-Stationen.
Unglaublich, aber wahr! Wir befinden uns auf unseren letzten Metern des Volontariats und damit immer wieder in so einem unfassbaren "Wie, schon anderthalb Jahre rum?"-Zustand. Aber drei Wochen haben wir ja noch bis zu unserem letzten Volo-Tag, deshalb ist hier jetzt noch kein Platz für Nostalgie und Wehmut.
Deswegen nun Fakten, Fakten, Fakten: Zur Zeit bin ich in der Nachrichtenredaktion. Schreibe fleißig Aufsager und Meldungen für die vier Nachrichtenformate bei Radio Bremen. Und das in der Früh-, Tag- oder Spätschicht. Außerdem schaue ich den Präsentatoren über die Schulter, wenn sie ihre Sendungen vorbereiten und on air sind. Und bin immer wieder erstaunt und fasziniert, wie gelassen sie bei diesem Zeitdruck sind. Wow!
Abendsonne beim Morgenmagazin
Abendsonne vor dem Fenster und die Moma-Planung auf dem Schreibtisch
Tinia Würfel
am 23. November 2011, 12:02 Uhr:
Vier Wochen Köln. Genauer: vier Wochen WDR. Und noch genauer: vier Wochen ARD-Morgenmagazin. Ich hatte Lust auf eine externe Station in meinem Voloplan und vor allem hatte ich Lust auf eine weitere Fernsehstation.
Und schwups, saß ich in der Redaktion vom ARD-Moma.
Planen, senden, planen, senden. Das ist so ganz grob das, was ich in den vier Wochen erlebt habe. Und im Detail heißt das: Recherchieren, telefonieren mit In- und Ausland, sichten, schneiden, früh aufstehen und auch die Abendsonne aus dem 6.Stock beobachten.
5.30 Uhr geht das Moma auf Sendung. Früh aufstehen hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt! Ich war zum Beispiel bei einer Außenschalte dabei. Live, versteht sich. An einem anderen frühen Morgen habe ich die Sendung im Studio und der Regie miterlebt. Inklusive Promifaktor: Tim Bendzko hat an dem Morgen auf der kleinsten Fernsehbühne der Welt gesungen.
Aber nicht nur das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Ob morgens, mittags oder abends - ich habe gelernt, wie man eine tagesaktuelle Sendung für das Erste plant. Im Notfall aber nachts noch einmal alles umschmeißen muss, um am kommenden Morgen wirklich die Ersten zu sein, die berichten.
Eine Hürde für den Neuen
Sporttermine mit humorvoller Verpackung: Blitztipps
Niko Schleicher
am 22. November 2011, 14:56 Uhr:
Diese Rubrik hat es in sich: Blitztipps. Das ist nicht nur die Lieblingsrubrik vom Chef der Fernsehsportredaktion, das ist ein Versuchsfeld für Kreativität - scheitern erlaubt, aber man will doch sehen: Was hat der drauf, der die Blitztipps macht.
Zur Erklärung: In den Blitztipps werden Sporttermine vom anstehenden Wochenende empfohlen - das Ganze am besten provokant, spitz formuliert und sehr, sehr lustig. Humor ist ja so ne Sache - definitiv keine leichte Aufgabe. Klar ist: Wenn der Volo schon mal in der Fernsehsportredaktion ist, dann darf er nicht, dann MUSS er die Blitztipps machen. Das ist Pflicht und diese Hürde muss ein jeder Neuling beim TV-Sport überspringen, ob er will oder nicht.
Ich bekam sie zwei Mal nacheinander. Zwei Mal Blitztipps ist gefühlt wie drei Drehs, plus Schnitt und Texten. Denn am Anfang steht die Idee. Der Erzählsatz: Gaaanz wichtig. Willst du den Erstsemestern Tipps geben, wo sie sich schönen Sport angucken können am Wochenende oder zerreißt du Bremens liebstes Volksfest, den Freimarkt?!
Dann folgt die Archivsuche. Stundenlang. Dann sichten. Stundenlang. Und zwischendurch wird die Idee noch ein mal umgeschmissen, weil das Material nicht lustig genug ist. Suchen, sichten. Stundenlang.
Doch am Ende, wenn der Schnitt und das mühsame Texten (es soll ja lustig sein ... nein, es MUSS lustig sein) geschafft sind, dann ist es einfach nur toll. Es lohnt sich, diese Hürde zu nehmen. Auch wenn die Kritik meiner ersten Blitztipps, wohlgemerkt von einer geschätzten Kollegin, in etwa so ausfiel: "Den Beitrag hätte ich so nicht abgenommen."
Plötzlich im Bild
Niko Schleicher
am 11. Oktober 2011, 14:00 Uhr:
"Niko, das bist ja du im Fernsehen?"
"Ja, das bin ich."
"Ist ja lustig", sagt mein Kumpel.
"Ja, wa?!"
Und ich denke mir: Genau, noch mal so ein Lacher zum Schluss, wenn der Beitrag schon vorbei ist. "Ach, guck mal da, der Reporter läuft ins Bild. So ein Guffel."
Naja, der Beitrag war vorbei. Im Übrigen fällt es ja gar nicht auf, dass ich in dem Fall ein Reporter sein soll.
Gut, den Tonmann erkennt man noch im Hintergrund, die Presse-Akkreditierungskarte schlabbert locker vom Hosenbund, aber sonst ... nee. Das könnte auch ein daher gelaufener Fan sein, allein dieses blau-schwarz karierte Hemd ... so zieht sich doch kein Journalist an.
Wer hätte denn gedacht, dass dieses extra lang gelassene Ende noch komplett durchläuft und im Sportclub-Studio des NDR auf dem Hintergrundmonitor zu sehen ist?
Ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit des wachsamen Zuschauers.
Irgendwie ja nett, irgendwie auch komisch.
Die Polarstern kommt.
Kan Nozawa
am 6. Oktober 2011, 21:37 Uhr:
"Der Koch bitte auf die Gangway! Der Koch bitte auf die Gangway!" Wer seine Pressekonferenz am Zwischendeck eines Forschungsschiffes macht, wird immer wieder von solchen Lautsprecherdurchsagen unterbrochen.
Es ist die Pressekonferenz der Polarstern-Wissenschaftler, die gerade aus der Arktis (da, wo keine Pinguine) zurück gekommen sind und auf der Lloyd-Werft fest gemacht haben.
Und wenn die Polarstern von einer Expedition kommt, fährt das Studio Bremerhaven seine gesamte Mannschaft auf: Sieben Mitarbeiter von Radio Bremen sind da und beliefern heute die ganze ARD.
Das Außenstudio ist für mich ein Heimspiel, schließlich bin ich in Bremerhaven groß geworden. Ich kann vom ersten Tag an mitreden, wenn es um das Junge Theater im Kulturzentrum "Pferdestall" geht. Oder um die Studenten-WG in der "Zeppelinstraße", die bald ohne Wasser dastehen könnte. Oder eben um die "Polarstern" - den Eisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts (AWI).
Was für ein Zufall - mit der neuen AWI-Pressefrau hatte ich früher in Hamburg studiert. Jetzt treffe ich sie auf der Polarstern wieder.
Wir Ex-Metropolstadt-Helden sind uns einig: Bremerhaven ist toll.
Keine Widerrede.
Die Volos live ON AIR
Der Moderator verinnerlicht sich den Sendungsablauf.
Grit Thümmel
am 27. September 2011, 15:04 Uhr:
Ab heute sind wir live im Radio! Eine Stunde Aktuelles und Hintergründiges von 15 bis 16 Uhr.
Hier geht's zum Stream:
http://www.ems-projekte.de:8000/broadband-aac
Ach ja und: Die Sendevorbereitung an der ems in Potsdam ist anstrengender als es aussieht :-)
Jauchs Merkel-Show
Kan, Sarah und Tinia vor Günthers Gasometer
Kan Nozawa
am 26. September 2011, 14:23 Uhr:
Eigentlich standen der Papst und Thomas Gottschalk auf der Gästeliste. "Mein Gast steht aber nur knapp dahinter", sagt Günther Jauch seinem Saalpublikum kurz vor seiner Sendung. Angela Merkel sitzt schon im gelben Talkshow-Sessel.
Es ist die dritte Sendung von "Günther Jauch" im Ersten mit der Kanzlerin als alleinigem Gast. Wir sitzen im Publikum. Schon zwei Stunden vor der Aufzeichnung standen wir vor dem Studio in Berlin-Schöneberg.
"Fühlen Sie sich frei, so zu reagieren, wie Sie wollen", ermuntert Jauch. Wir Volos bleiben die ganze Sendung über sparsam mit Applaus – schließlich wollen wir uns ja später nicht Parteilichkeit vorwerfen lassen.
Für Günther Jauch bringt die Show nur mäßige Zuschauerzahlen (4,3 Millionen), aber zahlreiche Schlagzeilen: Alle Zeitungen schreiben darüber, dass Merkel sich "in der ARD-Sendung" gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland ausgesprochen hat.
Die Kanzlerin kommt, das Fernsehen sendet, die Zeitungen schreiben. So funktionieren Politik - und Medien.
Tagesschau zu Günther Jauch
Royal Royal und die Feuerwehr
Royales läuft bei Brisant
Christian Kurz
am 29. August 2011, 20:08 Uhr:
Die Position "Feuerwehr" ist die, wenn man in der Morgensitzung noch kein Thema hat, dann quasi in Lauerstellung geht und das bearbeitet, was aktuell rein kommt.
Ein Thema wird also irgendwann im Tagesverlauf geboren und brennt ein großes Loch in den Ablaufplan - denn es will bearbeitet werden. Ja, und dann kommt die Feuerwehr. Fakt ist: Die Zeit ist definitiv kürzer, ein Thema zu recherchieren und schlussendlich zu bearbeiten.
So geschehen am Montag. Nach unzähligen Spots, Unwetterthemen und einem Juwelenraub nun endlich eine royale MAZ.
Kronprinzessin Mary von Dänemark ist nach Kenia gereist und hat dort ein Flüchtlingscamp besucht. Die Herausforderung war dieses Mal, aus dem sehr, sehr knappen Material schlüssige 2:15 Minuten zu produzieren - denn das sah der Ablaufplan vor.
Ach ja - ich war mal wieder kurz davor, live vom Schnittplatz zu senden. Der vorhergehende Beitrag war schon fast beendet, und - schwupps - lag der königliche Afrikabesuch in der Regie. Das Feuer konnte noch rechtzeitig gelöscht werden.
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