Kulturkampf in Flandern

Geplante Kulturkürzungen der flämischen rechtsliberalen Regierung sorgen für Unruhe und Proteste nicht nur im Nachbarland Belgien. Die Angst vor einem Kulturkampf von rechts macht sich breit. In Flandern, also im niederländischsprachigen Teil Belgiens, leben rund 60 Prozent der Bevölkerung unseres Nachbarlandes. Und die Kulturszene ist von sehr bekannten Namen geprägt – Anne Teresa De Keersmaeker, Alain Platel, Luk Perceval. Die Regierung unter Ministerpräsident Jambon ist erst seit 2. Oktober 2019 im Amt. Zum ersten Mal wurde das Kulturressort dem Ministerpräsidenten zugeordnet. Seine Partei ist die N-VA, rechtsliberal und nationalistisch... Die N-VA will für 2020 Kultursubventionen teils um 60 Prozent kürzen. Das bringt nicht nur Künstlerinnen und Künstler in Belgien und auch in Deutschland und in anderen Teilen Europas auf die Barrikaden. Denn in Belgien liegt die Stärke der Kultur in der freien Szene, städtische und staatliche Kulturinstitutionen gibt es nur wenige. Während in Flandern seit rund zehn Jahren im Kulturbudget der Rotstift angesetzt wird, hat die deutsche Bundesregierung Mitte November zusätzliche 54 Millionen Euro für die Förderung der Kultur beschlossen. Ein Gespäch mit dem Schweizer Theaterregisseur Milo Rau, er ist der Intendant des NT Gent, des nationalen Theaters in Gent in Flandern.
  • Autor/-in:Wolfgang Rumpf im Gespräch mit Milo Rau
  • Länge:4:38 Minuten
  • Datum:Samstag, 7. Dezember 2019
  • Sendereihe:Der Samstagmorgen
  • Quelle:Bremen Zwei