Mittwoch, 21. November 2018
Logo des Netzwerks Facebook [Quelle: Radio Bremen, Foto: Christian Bordeaux] Lupe

Facebook, Instagram, Twitter, Netflix: Digitale Konten sollten vererbt werden.

Nach BGH-Urteil

Wer erbt meine digitalen Daten?

Wer stirbt, vererbt – das gilt schon ewig und ist gesetzlich strikt geregelt. Auch Digitales soll vererbt werden. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Aber was genau bedeutet das und wer erbt meine Daten, wenn ich mal nicht mehr da bin? Wir erklären euch, was genau "Digitaler Nachlass" ist - und warum es wichtig ist, sich darum zu kümmern.


Schon seit Jahren können Nutzer auf Facebook einen sogenannten "Nachlasskontakt" auswählen: Jemanden, der sich um das Facebookprofil des Verstorbenen kümmert.


Nachlasskontakt oder dauerhaft löschen?

Facebook hält aber auch andere Möglichkeiten offen: "Wenn du nach deinem Tod keinen Wert mehr auf ein Facebook-Konto legst, kannst du statt einem Nachlasskontakt anfordern, dass dein Konto dauerhaft gelöscht wird."


So richtig ernst genommen haben diese Option bisher nur wenige User. Laut dem Digitalverband Bitkom haben neun von zehn Internetnutzern den "digitalen Nachlass" nicht geregelt.


Nach dem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs könnte sich das nun ändern, denn dieser Fall rückt die Thematik in ein neues Licht: Nach dem Tod ihrer Tochter hatte die Mutter bei Facebook die Daten ihrer Tochter eingefordert und zunächst nicht bekommen. Nach einem längeren Rechtsstreit hat das Gericht aber nun entschieden, dass das soziale Netzwerk ihr Zugang zu den Daten gewähren muss. Es bestehe kein Grund, digitale Inhalte anders zu behandeln, so die Richter in Karlsruhe.


Was das digitale Erbe umfasst

Das digitale Erbe greift aber nicht nur im Falle von Facebook-Profilen: "Alles, was ich an E-Mail-Accounts, an Accounts bei sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co. habe, ist vererbbar. Denn da habe ich persönliche Daten hinterlassen und sollte auch frühmöglichst selber darüber entscheiden können, was nach meinem Tod damit passiert", erklärt Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen.


Auch Online-Banking oder Abos bei Streaminganbietern gehören dazu. Laufende Verträge können so schneller gekündigt oder Online-Dienste abbestellt werden.


So geht's: Digital vererben

Wie bei einem "normalen" Nachlass auch, schreibt der Vererbende eine Vollmacht. Dafür gibt es Vordrucke im Netz, beispielsweise von der Verbraucherzentrale:


Neben der Vollmacht ist eine Liste wichtig, in der dem digitalen Erben genau aufgelistet wird, welche Konten es gibt und wie die entsprechenden Passwörter lauten. Es ist auch sinnvoll, konkrete Anweisungen zu den verschiedenen Konten zu hinterlassen, beispielsweise darüber, ob das Netflix-Abo abbestellt oder der Instagram-Account gelöscht werden soll.






 


ON AIR
am Mikro:
Sendung:

Vorher lief:
Jetzt läuft:
Gleich läuft:
 

Bei Bremen Vier suchen:

Musiktitel suchen:

Tag: Zeit: :

 




 
 
Telefon 0421-246-666
 
 
Torhupe